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Unterricht im Day Care Center Salugara – Eine Zusammenfassung

Im April 2008 hatte ich mein Studium in Deutschland beendet, und bevor ich in den vermutlich strengen Rhythmus des Arbeitslebens eintreten sollte, plante ich noch eine zweimonatige Indienreise. Im Laufe derer reiste ich zweieinhalb Wochen reiste bzw. machte einen Trek. Es war geplant, meine restliche Zeit in Indien in der kleinen Bergstadt, für seine Orchideen berühmten Kalimpong zu verbringen. Gerade jetzt in der heißen Monsunzeit ist Kalimpong klimatisch sehr angenehm, liegt es doch auf rund 2100 m Höhe. Morgens wollte ich in der kleinen Schule im nahegelegenen Bombasty Englisch unterrichten, nachmittags den Waisenkindern im Heim bei der Erledigung ihrer Hausaufgaben helfen, mit ihnen basteln, kochen, spielen und sprechen.

 

Leider jedoch kam es zu einem politisch motivierten Generalstreik in den Bergen, im Laufe dessen alle Touristen der Bergregion verwiesen wurden, so dass ich es in Absprache mit Swapan für klüger hielt, für mich eine andere Einsatzmöglichkeit in Siliguri zu finden.

 

Hierfür bot sich das „day care centre“ in Salugara, einem Dorf nahe der Millionenstadt Siliguri, in der ich lebte, an. Dort wird täglich Kindern, die meist aus armen Familien stammen und deren Eltern keine Zeit oder Möglichkeit haben, ihre Sprösslinge zu unterstützen, bei der Hausaufgabenerledigung geholfen. Außerdem wird die Nachmittagsgestaltung übernommen. Zwischen 20 und 30 Kinder kamen jeden Tag in die kleine Kirche, die uns als Unterrichtsraum diente; sie waren zwischen fünf und 16 Jahre alt.

 

In der Zeit, in der ich in Salugara tätig war, hatten fast alle Kinder Ferien, so dass ich viel Raum für Programm hatte. Als einzelne „Unterrichtsbausteine“ wählte ich zum ersten Grundlagen in englischer Sprache, zweitens Gesundheitsthemen wie „personal hygiene“, Durchfall, sauberes Wasser und gesunde Ernährung, drittens „moral lessons“, d.h. das Vorlesen von Geschichten, über die wir anschließend sprachen, sowie viertens Basteln, Malen und Spielen.

 

Obwohl Englisch ja neben Hindi und 14 weiteren Sprachen offizielle Sprache ist und die meisten Kinder von klein auf Englischunterricht haben, sind die Kenntnisse in dieser Fremdsprache im Durchschnitt als eher „poor“ zu bezeichnen.

 

Da in Indien durchschnittlich 80 Prozent der Krankheiten auf unsauberes Wasser zurückzuführen sind, hielt ich dieses Thema für besonders wichtig. In Zusammenhang damit ging es bei zwei Unterrichtsstunden auch um Diarrhoea, eine sehr häufige Krankheit, die immer noch viel zu oft falsch behandelt wird und daher gerade bei kleineren Kindern zum Tod führt. Auch Wissen über gesunde Ernährung oder Zahnpflege habe ich mit den Kindern erarbeitet, und die praktische Anwendung machte nicht nur allen Beteiligten viel Spaß, sondern trug auch dazu bei, ein dauerhaftes Bewusstsein bei den Kindern zu schaffen.

 

Die „moral lessons“ sollten der Diskussion über Werte dienen, das Basteln und Malen der Förderung von Geduld, Konzentration und Ausdauer, aber auch von sozialer Kompetenz. Überhaupt legte ich bei meinem Unterricht sehr viel Wert auf gegenseitige Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft, Fairness  – Dinge, die gerade in unserer heterogenen Gruppe für den Erfolg der Stunden vital waren. Dies gestaltete sich jedoch nicht immer als leicht, da die Kinder Partizipation, gemeinsames Erarbeiten der Lehrinhalte und Teamarbeit meist nicht gelernt haben – das indische Schulsystem basiert auf anderen Prinzipien. Gerade aber diese Fähigkeiten hielt ich für wichtig, so dass ich daran festhielt.

 

An einem Samstag machen wir mit 25 Kindern einen gemeinsamen Ausflug in die Science City, ein sehr lehrreiches Ausflugsziel, wo wissenschaftliche Inhalte über unsere Erde kindgerecht dargestellt und aufbereitet werden. Die Sternen- und Zaubershow begeisterte sogar die Kleinsten!

 

Eine große Barriere war immer die Sprache. In Salugara sprechen die meisten Menschen Nepali, in Siliguri Bengali. Für meinen Unterricht wäre es sehr von Nutzen gewesen, wenn ich mehr in Nepali hätte sagen können als einige Vokabeln wie „genug“, „stopp“, „sehr gut“, „1,2,3“ etc. Auf der anderen Seite war mein Ziel ja die Förderung von Sprech- und Schreibkompetenz im Englischen, so dass es gut war, dass die Kinder mit mir Englisch sprechen mussten.

Das „day care centre“ wird von einem jungen Mann namens John geleitet, der mir nicht nur in Übersetzungsfragen, sondern in allen Bereichen des Unterrichts eine unglaublich große Hilfe war. Mit seiner Unterstützung waren die Stunden gut durchführbar, und ich konnte sichergehen, dass die Kinder die wichtigen Details der Gesundheitsthemen verstanden. Zum Schluss singt John immer mit den Kindern, er begleitet sie auf der Gitarre, sie singen und tanzen. Dieser fröhliche Ausklang hat mir immer sehr gut gefallen, und einige Lieder kann ich nun auch, selbst wenn ich bei den nepalesischen Songs nach wie vor nicht so genau weiß, was genau ich da eigentlich singe.

 

Schön war auch die herzliche Aufnahme von den Kindern sowie der heimischen Bevölkerung. Die Kinder brachten mir von Anfang an ihr Vertrauen entgegen. Nicht selten wurden wir durch die offenen Kirchentüren von Kindern, aber auch Erwachsenen beobachtet, was ich jedoch nie als unangenehm empfand, da die Menschen nur neugierig waren auf mich als „weiße Frau“ und auf das, was ich in der Kirche in ihrem kleinen Dorf mit ihren Kindern machte.

Obwohl die Kinder teils einen Altersunterschied von 11 Jahren hatten, machten sie doch beim Programm (fast) ausnahmslos gut mit. Für die ganz Kleinen bereitete ich themengemäß etwas vor, was sie mit Buntstiften ausmalen konnten.

 

Das Wetter im Juni und Juli ist hier von Hitze und starken Regenschauern geprägt, schließlich herrscht in dieser Jahreszeit der Monsun. Natürlich ist das anstrengend, und durchgeschwitzt ist man schneller als man duschen kann. Dennoch ist die Hitze erträglich, und man freut sich auf den nächsten Regenschauer, auch wenn die Gefahr, nicht nur völlig durchnässt, sondern auch ebenso dreckig zu sein, immer sehr gross ist, sobald man das Haus verlässt.

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Ab nach Colcatta!

Kalkutta, ich komme! Spontan habe ich mit einer Freundin hier einen dreieinhalbtaegigen Aufenthalt gebucht, und in wenigen Stunden sitzen wir im ominoesen Nachtzug… Wir hoffen sehr, dass es auf der Fahrt keinen schlimmen Monsunregen gibt, im Folge dessen Gleise weggespuelt werden oder Bruecken zusammenbrechen. Es ist Zeit fuer Regen, trotz Monsunzeit hat es die letzten drei Tage keinen Tropfen geregnet, dafuer ist es sehr heiss. Aber man gewoehnt sich dran.

Nach Kalkutta bin ich noch 1,5 Tage hier in Siliguri, es wird ein kleines Abschiedsfest geben, und dann ists auch schon wieder vorbei. Zwei Monate Indien gingen so schnell vorueber, aber ich bin sehr zufrieden damit, wie ich die Zeit genutzt habe. Viele Eindruecke werde ich mit nach Hause nehmen, und vielleicht auch den Wunsch, bald wieder zu kommen.

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Hindi, Fussball und Essen

Dieses Land passioniert mich, ich moechte seine Vielfalt und Tiefe verstehen, und so habe ich vor rund zwei Wochen damit angefangen, mich mit Hindi zu beschaeftigen. Die Schrift beherrsche ich nun weitgehend, und mein Wortschatz waechst, allerdings kann ich dennoch kaum nen Satz sagen, da meine Aussprache so schlecht ist. Joseph, ein indischer Literaturstudent und Freund von mir, hilft mir hin und wieder, aber wir muessen haeufig lachen, da ich mir mit der harten Aussprache, insbesondere eines langen „h“ schwer tue.

Neben meinem Bestreben nach Hindikenntnissen habe ich rund 6 Monate der Zeitschrift „India Today“, eines etwa mit dem deutschen „Spiegel“ vergleichbaren Wochenmagazins, quergelesen. Daneben studiere ich noch die Zeitung, und als naechstes steht ein Wirtschaftsmagazin an, so dass ich gar nicht dazu komme, meine drei neuen Indienbuecher anzufangen.

Aber heute ist indienweiter Generalstreik wegen des Oelpreises, so dass alles geschlossen ist und auch der Verkehr stillsteht – und somit auch das Leben hier. Heute waere eigentlich mein freier Tag, und an diesem erkunde ich gerne die Ecken und Winkel dieser Stadt, aber heute bin ich wegen des Stillstands zuhause.

Ab Samstag hat die fuer den Staat „Gorkhaland“ kaempfende Organisation „Gorkha Janmukti Morcha“ die Wiederaufnahme des zeitlich unbefristeten Generalstreiks in den Bergen angekuendigt, nachdem nun eine Woche Pause war. Diese haben die Tea Companies dazu genutzt, verstaerkt Tee zu ernten und ihren frischen 2nd flush-tea nach Calcutta zu bringen. 80 Prozent des „second flush tea“ wird exportiert, doch seit 10. Juni konnte aufgrund der Blockaden durch den Streik kein Darjeeling-Tee mehr exportiert werden – die „Konkurrenz“ im nicht weit davon entfernten, oestlich gelegenen Assam profitierte davon.

 

Das Euro2008 Endspiel musste trotz der 3,5-stuendigen Zeitverschiebung dennoch gesehen werden! Leider hat sich die kurze Nacht aber nicht gelohnt – und dann muss ich hier noch in der Zeitung lesen, dass die SMS-Abstimmung der Zeitung „The Telegraph“ ergeben hat, dass 68,4 % der Stimmen gesagt haben, sie seien „happy“, dass Spanien den Pokal gewonnen hat.

 

Mir ist aufgefallen, dass ich hier noch gar nicht viel ueber das Essen geschrieben habe. Die Menschen hier essen Reis, Dhal (ein Linsengericht) und sapjee (Gemuese), wobei die Art von Gemuese sowie das Dhal differieren koennen. Zum Fruehstueck gibt es hier meist chapati (kleines Fladenbrot, ohne Fett gebacken) und aloo dam (Kartoffelgericht mit Schwarzkuemmel). Abends kann auch wieder problemlos Reis, Dhal, sapjee gegessen werden. Manchmal gibts zum Fruehstueck auch poori (fritiertes Fladenbrot, sehr duenn und innen hohl) mit chola (Kichererbsen in Sauce), was ich persoenlich gerne mag. Allgemein wird alles mit viel Fett zubereitet, hin und wieder gibt es paneer (eine Art Kaese in toller, aber fettiger Sauce).

Saisonales Obst ist nicht sehr viel teurer als Gemuese, gute Aepfel jedoch kosten ca. 6-fach so viel wie Mangos, deren Saison momentan ist.

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Ein paar Dinge zu Indien

Indien ist nicht nur das bevoelkerungsreichste Land der Erde und hat China damit auf Platz zwei verwiesen, sondern zaehlt auch zu den am dichtest besiedelten Laendern auf der Erde. Die Dichte schwankt regional stark, in den staedtischen Ballungsraeumen ist sie sehr hoch.

Es ist sehr anstrengend, sich hier in Staedten zu bewegen. Sehr viel Verkehr, hupende Autos, hupende Auto- und Fahrradrikshaws (oft funktioniert zwar der Tacho mit Geschwindigkeits- und Tankanzeige nicht, aber zumindest die Hupe), ueberall Menschen. Menschen am Strassenrand kauernd, Menschen, die Litschies, Mangos, Gluecksbaendchen, geschnitte Gurken, Kokosnuesse und alles denkbare verkaufen. Menschen, die einen anstarren, ansprechen und immer zuerst die Frage stellen: „Where are you from?“

Dazu kommt noch der Dreck, auf dem Boden und in der Luft. Mich bewandert ein Gefuehl des Pessimismus und der Resignation. Ich frage mich hin und wieder, wie effektvoll die Auswirkungen einer minimalen CO2-Einsparung in Deutschland sein kann, wenn ich hier und dort brennende Dreckhaufen, ueberall aber qualmende Jeeps und Auto-Rickshaws sehe.

Menschen werfen ihren Muell einfach auf die Strasse – in ganzen Tueten, oder einfach das, was man gerade wegwerfen moechte. Die Suche nach einem oeffentlichen Abfalleimer macht mich ratlos, denn sie ist hier in Siliguri bisher ohne Erfolg geblieben.

 

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Regen ist ein Segen

Draussen ist alles feucht, es regent leicht, der Himmel ist wolkenbehangen und grau-weiss, und das macht mich manchmal sehr gluecklich, gerade eben zum Beispiel. Dies bedeutet naemlich, dass die Waerme etwas nachlaesst, und manchmal moechte ich mich trainieren und ohne Ventilator schlafen – manchmal jedoch gebe ich mitten in der Nacht auf.

 

Hier gehe ich nur im Salwar auf die Strasse, der Kleidungsform, welche die meisten Frauen hier in der Stadt tragen. Sehr viele tragen auch Saree, welches ja eine lange Stoffbahn ist, die man in einer bestimmten Art und Weise um sich wickelt und in Falten legt, und darunter wird eine bauchfreie Bluse sowie ein Petticoat getragen. So sieht man auf der Strasse sehr viele nackte Ruecken und Baeuche, die zwar teilweise vom Saree verdeckt sind, aber eigenlich nie vollstaendig. Fuer die eigentlich sehr schamhafte Kultur ist es kein Problem, diese Koerperteile zu zeigen – nackte Beine oder nackte Schultern, besonders aber ein etwas tieferer Ausschnitt sind grosse Affronts.

Jedoch merkt man auch hier deutlich die Entwicklung Indiens, den Einfluss westlicher Kulturen und die sich oeffnende Mentalitaet. Hier gibt es seit einem Jahr eine Art kleines Einkaufscenter, seit Februar aber ein wirklich tolles Shoppingcenter, das mit der Realitaet auf der Strasse ueberhaupt nicht in Einklang zu bringen ist. Ich war fassungslos. Draussen noch ueber Kuhdung gestolpert, durch eine knoecheltiefe verdreckte Pfuetze bei 34 Grad, dann rein in die vollklimatisierte, beinahe sterile Atmosphaere glaenzender Boeden, chicer Shops, durch die Security-Schleuse und die Handtaschenkontrolle, und rein in die Glamourwelt, in der ein Salwar schon mal 5-fach so teuer ist wie draussen „in der Realitaet“. In diesem Shoppingcenter, genannt Cosmos, gibt es auch ein Cafe a la San Francisco Coffee Company, Starbucks oder aehnliches, allerdings in einer etwas abgespeckten Version. (Anmerkung: auf dieser Tastatur finde ich keine Akzente, um die Woerter korrekt zu schreiben, und da ich des Frz. Weitgehend maechtig bin, stoert mich das, aber ich bitte Euch um Verzeihung. J) Das ist jedoch das einzige Cafe, das ich kenne – und ich bin hier viel unterwegs in der Stadt und habe auch mit Menschen, die hier leben, gesprochen – es ist das einzige. In diesem Cafe trifft man die Kondensation dieser, ich nenne sie mal „westlichen“ Entwicklung – pubertierende Teenager-Maedels in knallengen Jeans, kurzaermeligen, teilweise schulterfreien Tops, die wahrscheinlich fuer indische Verhaeltnisse einen provozierenden Ausschnitt haben. Man trifft den Businessman, der von seinem Choco Frappe nicht aufschauen kann, denn schliesslich muss er an seinem Blackberry rumspielen, man trifft junge Paerchen, chic und gestylt. Ueberhaupt legen viele Inder viel Augenmerk auf Koerperpflege. Es gibt hier Beauty Parlours nicht nur fuer Frauen, sondern auch fuer Maenner, in denen massiert, Haare geschnitten, Fingernaegel gepflegt etc. Wird. Besonders froehlich stimmen mich die Rasiersalons fuer Maenner, einer in meiner Strasse hat keine Tuere und keine Wand, die die Huette abschliesst, so dass man immer reinsehen kann, wenn man vorbeifaehrt. Das Beste sah ich jedoch mal auf nem Fussmarsch (wegen Streiks) in der Naehe von Agam Singh Nagar, wo ein Barbier Maenner auf einem Plastik-Gartenstuhl direkt neben der Strasse rasiert. Das scheint normal zu sein, nur ich fand es verwunderlich, Sieghild kennt den Rasierer schon so lange sie hier in Indien lebt, ca. 4,5 Jahre.

Der Erfindergeist der Inder ist auch bewundernswert – lustige Planenkonstruktionen auf Fahrradrickshaws, die den Fahrgast vor der Naesse schuetzen sollen, und manche konstruieren das Ganze etwas weiter, um sich selbst vor dem Regen zu schuetzen – hin und wieder jedoch erweist sich die Konstruktion als unstabil, aber was solls.

Erstaunlich ist auch die Art und Weise, wie Menschen hier Dinge tragen – viele tragen alles aufm Kopf. Die Frauen, die hier im Strassenbau um die Ecke arbeiten, tragen ein kleines, zu einem Kreis geformtes Stofftuch als Polster auf dem Kopf, auf das sie dann schwere Schalen voller Steine oder Beton aufsetzen. Matratzen, Schrankwaende, Spiegel etc. werden transportiert, indem ein Band um die Stirne gelegt wird, das auch an dem zu transportierenden Gegenstand befestigt wird. Geht man leicht nach vorne gebeugt, verlagert sich das Gewicht vom Kopf auch ein wenig auf den Ruecken. Diese Transportform sieht man in Siliguri weniger, da die Menschen hier zum einen mehr motorisiert sind und zum zweiten die Strassen befahrbar sind. Als wir jedoch auf dem Trek unterwegs waren, haben Menschen grosse Koerbe von einem Ort in den naechsten auf diese Art und Weise getragen – Strassen gab es nicht.

 

Gerne moechte ich hier helfen – aber ich weiss gar nicht so genau, wo ich anfangen soll! Ich kenne nun verschiedene Hilfsorganisationen, deren Projekte ich unterstuetzen moechte, ich kenne viele Kinder, die Hilfe benoetigen wuerden, viele Kinder, die die hier so uebliche „tution“, also Nachhilfe benoetigen wuerden, die auf bessere Schulen geschickt werden sollten, da die „government schools“ offensichtlich eine Katastrophe sind (ich kann nur nach dem urteilen, was ich in Salugara erlebt habe). Ich kenne Waisenhaeuser, Jugendclubs, mein Tagesbetreuungscenter – und alles, alles wuerde Hilfe benoetigen. Und dann hoert man, z. B. Im Gottesdienst vor ca. 10 Tagen, von Menschen, deren Frauen eine leichte OP benoetigen wuerden, die aber niemand bezahlen kann, so dass sie wahrscheinlich stirbt. In den umliegenden Doerfern gibt es so viele Faelle von Menschen, die sich medizinische Hilfe nicht leisten koennen. Schon in Salugara, wo ich ja arbeite, koennen sich die meisten Familien nicht mal ne gesunde Ernaehrung fuer ihre Kinder leisten. Andere jedoch koennen das wiederum, und sie schicken ihre Kinder auf gute Schulen. Letzte Woche kam ein kleines Maedchen im Alter von 6 Jahren zum ersten Mal zur Nachmittagsbetreuung – und sofort merkte man, dass sie pfiffiger war, Englisch sprechen konnte, eine gute Auffassungsgabe und gutes Benehmen hatte. Dieses Maedchen war also beinahe die juengste in der Gruppe, und doch herausragend. Spaeter erfuhr ich, dass sie auf eine private Schule im kleinen Bergstaedtchen Kurseong geht und dort in einem „hostel“, d.h. einem Internat, wohnt, und nur in den Ferien hier ist.

So scheinen die Armen immer arm zu bleiben – fuer sie ist education in privaten Schulen, der Schluessel zum sozialen Aufstieg bzw. zu Chancen, ueberhaupt hoeher zu steigen, unbezahlbar. Und die „government schools“, die uebrigens auch eine geringe Gebuehr kosten, machen keine besonderen Anstrengungen, besser zu werden.

Die Mittelklasse spart ab der Geburt von Kindern fuer deren Ausbildung, und oft bekommen Familien nur noch ein oder zwei Kinder, um wenigstens fuer diese gut sorgen zu koennen. Die Armen und sehr Armen jedoch setzten viele Kinder in die Welt, schliesslich dienen sie als Altersvorsorge, so ist die Mentalitaet hier. Und hier schliesst sich der Teufelskreis.

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CityAuto-Freuden

Meine fuenfte Woche hier in Indien ist angebrochen. Seit 2 Wochen bin ich hier in Siliguri, mittlerweile aber nicht mehr bei Sieghild, sondern wieder bei unseren Freunden untergebracht. Diese sind aber in dieser Woche verreist, so dass ich mit ihrer 15-jaehrigen Pflegetochter, die leider keine Ferien hat und daher nicht mitkonnte, und einer Hausangestellten alleine in der Wohnung bin.

Ein paar Tage war ich also bei Sieghilds Organisation im Office taetig und habe – ach, wie der Zufall es eben so will – eine typische Kuwi-Aufgabe bekommen, obwohl dort niemand von meinem Kuwistudium wusste: ich habe ein Zwischenseminar fuer deutsche Maedchen, die in einem Kinderheim in Suedindien ein freiwilliges soziales Jahr verbringen, vorbereitet, das ich nach wie vor noch ausbaue. Einen Tag steckten wir wegen Streiks und Unruhen im Haus fest und es wurde uns empfohlen, nicht in die Stadt zu fahren, so dass wir einen home office day gepaart mit einem Spaziergang mit einem befreundeten Inder und dessen Kindern unternahmen, diesen aber mit einem leichten Sonnenbrand bezahlten.

Einen Tag sind wir bei sengender Sonne und ca. 36 Grad eine Stunde lang ins Buero gelaufen, das eigentlich wegen der politischen Situation und den Ausschreitungen geschlossen war. Am Nachmittag um 14 Uhr wurde dann aber der Streik aufgehoben, die Situation entspannte sich.

Neben dem Office der Organisation habe ich Kindern in einem kleinen Nachmittagsunterricht basteln geholfen, morgen mache ich das auch wieder. Die Kinder, die ich hier erlebt habe, koennen meistens nicht ausschneiden, Papier akkurat falten und ueberhaupt mit Ausdauer einer zweistuendigen Unterrichtseinheit folgen, in der sie selbst produktiv sein sollen.

Ausserdem war ich gestern in einer kleinen Schule, die in einer Kirche eingerichtet wurde und fuer den Sonntag immer wieder schnell zur Kirche umfunktioniert wird, in der sehr arme Kinder aus den Huetten der Umgebung zur Schule gehen. Durch Trennwaende ist der kleine Kirchenraum in zwei Einheiten unterteilt – im einen Raum werden die Kinder vom Altar aus unterrichtet, hinter den Trennwaenden sind winzige Vorschulkinder, die sich irgendwie beschaeftigen. Gestern war dort ein Zahnpflegeunterricht, den ich versuchte, zu verfolgen (aber er war in Nepali), zudem haben wir den kleinen Vorschulkindern versucht, zu lehren, auszumalen und eine Schere zu benutzen.

 

Seit dieser Woche bin ich hauptamtlich jedoch woanders eingesetzt – auch wenn ich hier und da mal noch ne Stunde in Schulen oder Jugendgruppen woanders bin. Jeden Tag fahre  ich nach Salugara in ein Day-Care-Center, wo Kinder von 5 – 16 Jahren bei der Hausaufgabenerledigung, beim Lernen und in ihrer Freizeitgestaltung unterstuetzt werden. Momentan sind Ferien – was die Lehrer aber nicht davon abhaelt, ordentlich Hausaufgabe zu geben, so dass die Kinder auch in der Zeit lernen muessen. Dennoch gibt mir das die Moeglichkeit, mit den Kindern bzw. Jugendlichen den Nachmittag mit anderen, ausserschulischen Dingen zu fuellen.

Offensichtlich war ich am ersten Tag gross angekuendigt worden, so dass alle auf mich warteten, als ich den kleinen Kirchenraum – ja, auch dies spielt sich in einer Kirche, uebrigens sehr klein, ab – betrat. Die Kinder waren gluecklich mit einer englischen Geschichte, die John, der den Job sonst erledigt, uebersetzte. Dann lernten wir einige englische Vokabeln und die Farben. Am naechsten Tag war diarrhoea-teaching angesagt. Hier sterben immer noch viele Menschen, insbesondere Babys und Kinder, an dieser eigentlich meist leicht heilbaren Krankheit.

Essentials wie sauberes Wasser, WC-Benutzung, Haendewaschen sind hier nicht selbstverstaendlich, und so haben wir dies erarbeitet. Ausserdem mixen wir eine ORS-Loesung etc.

Jeden Tag steht ein bisschen was anderes auf dem Programm, die Vorbereitung kostet mir viel Zeit und Ideen. Aber die Arbeit macht Spass, wenngleich sie anstrengend ist. Am Mittwoch waren rund 30 Kinder in der kleinen Kirche, von 5 – 16 Jahren, und jedem Kind habe ich einzeln gezeigt, wie man seine Haende richtig waescht und wie man Seife benutzt.

Naechste Woche moechte ich mit ihnen ein bisschen basteln, aber auch, hoffentlich mit Unterstuetzung von Joseph, einem indischen Bekannten in meinem Alter, den ich gut kenne und der die Gesundheitsthemen gut kennt, ein Zahnpflege-Teaching machen. Offensichtlich ist dies auch fuer die 15- und 16-Jaehrigen nicht zu langweilig, die selbst nach der Durchfall-Lektion wieder kamen und sogar eifrig mitarbeiteten.

 

Was die politische Situation angeht, so sind in den Darjeeling Hills nach wie vor indefinite strikes (bandh), was fuer die dortige Bevoelkerung, aber auch die Haendler hier, ebenso wie fuer Bewohner und Geschaeftsleute im Bundesstaat Sikkim (noerdlich von West-Bengal) nicht immer einfach ist. Taeglich sind in der Zeitung neue Berichte zu lesen ueber Probleme, die Teegaerten, aber auch ihre Arbeiter (in der Region rund 55.000 Festangestellte plus 70.000 Saisonkraefte) haben – Loehne koennen nicht ausgezahlt werden, da die Banken zu sind, Lebensmittel koennen nicht beschafft werden, da die Arbeiter keinen Lohn haben und die Geschaeftsleute aufgrund der zeitlichen Unbegrenztheit des Streiks keine Kredite geben wollen. Transportunternehmer in Kalimpong, Kurseong, Darjeeling und Siliguri beklagen den totalen Ausfall ihres Geschaeftes. Allein zwischen Siliguri und Darjeeling sind taeglich rund 500 Fahrzeuge unterwegs. Laut Zeitungsberichten fuerchten rund 1.000 Fahrzeugfuehrer und –putzer um ihre Jobs, LKW- und Busunternehmen klagen ebenso laut wie die zahlreichen Jeep-Taxitransporteure.

 

Ich bin sehr gespannt, wie es hier weitergeht – die Bundesstaatregierung von West Bengal in Colcatta unter dem leitenden Minister Buddhadeb Bhattacharjee bemueht sich angeblich um Gespraeche mit der Gorkha Janmukti Morcha, die den Streik ausgerufen hat und fuer den Nepali-Staat kaempft. Die Morcha allerdings will die Zentralregierung in Delhi miteinschalten und damit landesweit auf ihre Forderungen aufmerksam machen. Sie verspricht sich dadurch auch hoehere Erfolgschancen.

Nun schiebt der Minister die Schuld am Scheitern der Gespraechsversuche auf die Morcha, die Morcha schiebt sie zurueck – es geht um Vorbedingungen zu Verhandlungen, die es angeblich gab oder doch wieder nicht. Kritik an der Polizei wird laut – sie habe angeblich ohne Durchsuchungsbefehl ein Studentenwohnheim durchsucht, in der angeblich Maoisten untergekommen seien, und seit Wochen sind sie in der Kritik, da sie bei den Ausschreitungen angeblich zugesehen haben, nicht aber eingriffen.

 

Meine Faehigkeiten, mich in dieser Stadt, von der ich uebrigens nirgendwo einen Stadtplan herbekomme, zu orientieren, wachsen – und dies ist auch sehr bitter noetig. Ich spreche weder Nepali noch Bengali noch Hindi, und so habe ich manchmal Schwierigkeiten, den Fahrern, ob Fahrrad- oder Motorradrikscha oder Cityauto mitzuteilen, wo ich hinmoechte und wo ich aussteigen moechte.

Zum innerstaedtischen Transportsystem lohnt es sich, noch ein paar Worte zu verlieren.

Es gibt natuerlich die Moeglichkeit, zu Fuss zu gehen – diese ist in Deutschland mein Favorit. Hier gestaltet sich das Ganze etwas komplizierter. Geht man als weisser Tourist zu Fuss, bleiben Leute stehen, sehen einen an – man ist versucht, das Wort „starren“ zu gebrauchen; zusaetzlich fahren in geringen Zeitabstaenden hupende Fahrradrikschas an einem vorbei, die auf die Moeglichkeit des Transportes auf diesem meist klapprigen Gestell hinweisen, und zu diesem Zweck das Hupen mit lautem Rufen unterstreichen. Dazu kommen noch Motorrikschas, die man sich wie eine Art Kabinenmotorrad vorstellen muss, nur dass der Motor eher der einer 50er Vespa gleicht (viele Fabrikate sind auch von Piaggio). Auf den hinteren Sitzen sind fuer europaeische Verhaeltnisse fuer hoechtens zwei Personen Platz, aber natuerlich geht das hier in Indien auch mit bis zu 4 Leuten – und in Delhi habe ich Motorrikschas mit ca. 8 Personen gesehen. Man kann sich auch noch quersetzen und halb auf den Fahrerschoss etc…. Diese Motorrikschas hupen und rufen auch, und dann gibts noch die Cityautos, die guenstigste Transportalternative mit hoher Transportkapazitaet, deren Fahrer auch auf ein Maximum von Fahrgaesten aus ist und ebenfalls hupt und schreit.

 

Dazu gilt es noch, die Strassenverhaeltnisse zu beleuchten. Dreck und Muell ueberall, auf der Strasse, neben der Strasse. Kuh- und Hundedreck ebenso. Loecher in der Strasse. Und nun stelle man sich noch dreitaegigen Dauerregen vor – und die Tatsache, dass das Stadtbauamt Siliguri trotz angeblich groesster Bemuehungen den Plan eines neuen Entwaesserungssystems bis zur Ankunft des Monsuns nicht verwirklichen konnten.

Nun, und dann wird man ploetzlich vom passionierten Fussgaenger zum Transportmittelbenutzer, obwohl dies eigentlich auch nie komfortabel ist. Ausnahme ist vielleicht die privat gebuchte Motorrikscha, und natuerlich habe ich die Handynummer von einem Fahrer, den ich kenne, der mich auch mal abholen koennte, wenn alles schlimm ist. Der Transport ist aber mindestens 10fach so teuer wie das schon erwaehnte Cityauto, und da ueberlege ich dann schon mehrfach, nicht doch das Cityauto zu benutzen.

Immerhin bietet eine Fahrt im Cityauto unvorstellbaren Unterhaltungswert! Deutsche wuerden die Cityautos auf eine Gesamttransportkapazitaet von 6-7 Menschen plus Fahrer einstellen – hier waren wir auch schon mal zu zwoelft plus Fahrer unterwegs. Schliesslich, und das habe ich hier gelernt, ist immer noch irgendwo Platz. Halb auf dem Schoss des anderen Fahrgastes sitzend, den man natuerlich nicht kennt und auf diese Weise auch nicht kennenlernen moechte, steckt das Gesicht von Zeit zu Zeit sehr in der Naehe der Achselhoehle eines sich am Dach festhaltenden Fahrgastes. Man kann auch versetzt sitzen, manche Menschen weiter vorne auf einer Bank, andere eher hinten, so dass sich die Hueften, welche ja die breiteste Stelle sind und am meisten Platz einnehmen, wenn man sich hinsetzt, perfekt auf der Sitzbank einreihen. Naja, und viele Inder sind nur die Halbe bis Dreiviertel Portion von mir.

Die meisten InderINNEN sind jedoch eher normalgewichtig bis leicht mollig – insbesondere die indische Mittelklasse, die angeblich nur 20 Prozent ausmacht, ist dafuer bekannt, etwas fuelliger zu sein. Sobald nach einem sozialen Aufstieg genug Geld da ist, wird erstmal richtig und gut gegessen. Dafuer gibt es erstaunlich viele Frauen, die im Strassenbau arbeiten – sie tragen auf ihren Koepfen in flachen Schalen Zement und Steine, eher selten, aber doch vorkommend, auch noch in einem Tuch ein Kind. Dass diese Damen ausgemergelt sind, wird niemanden verwundern.

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Leben in Siliguri

 

Die Monsunzeit hat begonnen! Nachdem der Monsun einige Tage früher in Kerala und dann in Mumbai eingetroffen ist, hat er die Hauptstadt Delhi zwei Wochen frueher als erwartet erreicht und damit einen 107 Jahre alten Rekord geschlagen. Der regenbirngende Suedwestmonsum im Sommer beginnt Ende Mai, verlagert sich sukzessive nach Norden und endet im September. Nun hat also auch hier, im Nordosten Indiens, im Bundesstaat West Bengal, und genauer gesagt in Siliguri die Regenzeit begonnen: es regnet viel und intensiv, hört der Regen auf, ist es sofort unglaublich heiß und feucht. Ein Regenschirm gehört also immer in die Handtasche – und viele indische Frauen benutzen ihn auch, um sich vor der starken Sonne zu schützen. Zu Recht!

Dennoch regnet es auch während der Monsunzeit meist nicht den ganzen Tag.

Der vergangene Sonntag, der 15. Juni, war beispielsweise ein trockener, dafuer aber auch heisser Tag – morgens um halb 8 beim Fruehstueck zeigte das Thermometer schon 29 Grad an.

 

Derzeit wohne ich bei Sieghild, einer Deutschen, die für die christliche Organisation HIMserve tätig ist. Vorrangiges Ziel der Organisation ist nicht die Missionierung, sondern ganzheitliche Entwicklungsarbeit. Die Organisation führt health camps und health trainings über sehr wichtige Gesundheitsthemen wie sauberes Trinkwasser, Durchfall, Aids, Verhütung für Lehrer, Dorfhelfer, Kinder und Frauen durch, bietet praktische Hilfe und Lehrgänge in Landwirtschaft und Viehzucht bis hin zu mehrwöchigen Ausbildungen für medizinische Helfer in Dörfern, in denen es keinen Arzt gibt. Auf dem Land herrschen hier noch viele Irrmeinungen: insbesondere viele Kleinkinder und Babys sterben, weil ihre Mütter bei Durchfall die Flüssigkeitszufuhr zurückfahren, da sich ja somit die Symptome des Durchfalls abschwächen. Viele Frauen essen auch während ihrer Schwangerschaft absichtlich weniger, damit ihre Babys nicht so groß werden und die Geburt leichter fällt.

Darüber hinaus bietet HIMserve noch Alphabetisierungskurse an: nur 65 % der Bevölkerung Indiens kann lesen und schreiben, doch selbst diese Zahl umfasst auch Menschen, die nicht aktiv schreiben können, sondern nur lesen. In ländlichen Gegenden gelten jedoch oft mehr als 50 % als Analphabeten. Besonders frappierend ist der Unterschied zwischen Männern und Frauen. Im gesamtindischen Durchschnitt sind nur 53 % der Frauen alphabethisiert – und in dieser Zahl sind die hohen Alphabetisierungsraten der weiblichen Bevölkerung in Städten schon eingeschlossen. Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es angesichts der Verbesserung dieser Zahl für die Gruppe der 15- bis 24-Jährigen, in der 68 % der Frauen und 84 % der Männer lesen und schreiben können – dennoch immer noch viel zu wenig!

 

Wie die anderen indischen Städte auch, die ich gesehen habe hat Siliguri kein wirkliches Stadtzentrum, sondern viele kleine „Zentren“, in denen sich Stände von Gemüse- und Obst, Reis-, Mehl, Stoff-, Schuh-, Regenschirm- und Taschenhändler aneinanderschmiegen. Die Händler sitzen oft auf ihren Ständen, die hüfthoch sind, oder auf dem Boden inmitten von Körben voller Gurken, Tomaten, Zwiebeln, Kartoffeln, Karotten, „ladyfingers“, Eier etc. Hin und wieder legt mal einer ein Schläfchen ein und legt seinen Kopf auf einen der geflochteten Körbe mit Kohlköpfen o.ä…

 

Für Europäer, die ihren Einkauf im Supermarkt erledigen, ist Indien erstmal ne Umstellung. Mittlerweile gibt es zwar auch in Siliguri in jedem Stadtteil eine Art Supermarkt, sie sind jedoch schwer zu finden, immer noch winzig klein und mit unseren Tante-Emma-Läden zu vergleichen. Findet man einen derartigen Laden nicht, müssen die Einkäufe halt in einem Bummel an Reihen von Ständen entlang erledigt werden. Dinge wie Kaffee, abgepackten Käse etc. gibts dann halt nicht. Das hat durchaus seinen Reiz und ist natürlich viel spannender als ein „Supermarkt“-Einkauf, ist aber auch viel spannender. Schon allein die Tatsache, dass der Preis eines jeden Gutes prinzipiell verhandelt wird. Nur der Supermarkt oder große Einkaufsmalls bieten hier eine Ausnahme, dort gib es „fixed prices“.

 

Stände sind jedoch nicht nur in Basaren zu finden, sondern überall entlang von Straßen. Ein kleiner Verschlag oder ein fahrbares, ca. einen Meter breites Konstrukt, behangen mit Bananen, Kaugummis, Litschies oder allem, was man sich vorstellen kann, dient als Verkaufsstand.

 

Die Tatsache, dass „Weiße“ bei der Frage nach dem Preis oft das Doppelte, wenn nicht das Dreifache oder mehr des Preises, der einem Inder genannt werden würde, als Antwort erhält, ist hinlänglich bekannt. Durch Verhandeln – das muss man einfach tun, der vom Händler genannte Preis ist darauf ausgelegt, und der Inder betrachtet Menschen, die nicht mit ihm in Verhandlung treten, als nicht geschäftstüchtig – kommt man jedoch meist auf einen vernünftigen Preis. Dieser liegt meinen Vermutungen und Erfahrungen nach schon über dem Preis für einen Landsmann, was eine Bekannte von mir im Spaß als „skin tax“, also „Steuer auf unsere weiße Haut“ bezeichnet hat. Vermutlich fällt es uns Deutschen aber weniger schwer, für das ein oder andere Gut ein paar  Rupees (1 Rupee = derzeit ca. 1,6 Cent) mehr zu bezahlen als für die meisten Inder.

 

Die UN schätzt, dass mehr als ein Viertel der indischen Bevölkerung unter der Armutsgrenze von 1 US-$ pro Tag lebt, andere Schaetzungen gehen sogar von 40 Prozent aus, die mit rund 40 Rupees taeglich auskommen muessen. Eine Flasche sauberes, abgefülltes Wasser kostet zwischen 12 und 15 Rupee, ein kleiner Schokoriegel zwischen 10 und 15 Rupee. Und dabei ist nicht zu vergessen, dass indische Frauen pro Kopf 3,01 Kinder gebären, in Deutschland liegt dieser Wert bei 1,2 Kindern pro Frau.

Was dies aber bedeutet, wird einem erst klar, wenn man den in sehr vielen Lebensbereichen eklatanten Unterschied zwischen Stadt- und Landbevölkerung betrachtet. In den Städten entscheiden sich viele Ehepaare, nur ein einziges Kind zur Welt zu bringen, um zumindest diesem eine gute Ausbildung (Schulen sind teuer!) und damit eine gute Perspektive für die Zukunft zu geben. Auf dem Land gehören um die 5 Kinder zum Normalfall.

 

Dies habe ich letztes Wochenende erlebt, wo ich sehr, sehr viele Kinder und erheblich weniger Mütter gesehen habe. Ich war auf einer von der Organisation Second Chance initiierten Veranstaltung; diese christliche Organisation wird übrigens von dem mit mir befreundeten Ehepaar geleitet. In einem Dorf, ca. 1,5 Autostunden von Siliguri, gab es ein Open Air Gospel Programme, zu dem viele Familien mit ihren Kindern kamen. Auf einer Plane saßen die Kinder am Boden, auf Bänken und Gartenstühen außenherum vor allem deren Mütter. Sie stillten ihre Kinder während der Veranstaltung – hier ist das typisch indische Wickelgewand Sari/Saree von großem Vorteil, wenn Kinder einschliefen, legten die Mütter sie auf die Plane, wo die Kinder trotz eines enormen Geräuschpegels eines ruhigen Schlafes fröhnten. Kleine, nicht mehr als 4 oder 5 Jahre alte Geschwister schleppen ihre Geschwister im Babyalter herum. Die Männer hielten sich dezent im Hintergrund, kaum ein Vater kümmerte sich um seine Kinder – höchstens Söhne, die sie stolz an der Hand hielten.

 

Hier wäre ein Wort zu Frauen in Indien angebracht – das kommt dann beim nächsten Mal.

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Lokal wird international: Gorkhaland und Darjeeling-Tee

Der in den “Darjeeling Hills” von der Gorkha Janmukti Morcha ausgerufene zeitlich unbegrenzte Streik wurde zwar von Donnerstag, den 12. Juni, bis Sonntag, den 15. Juni, gelockert – dennoch zeichnen sich fuer die Wirtschaft verheerende Verluste ab. Die Lockerung des Streiks am vergangenen Donnerstag fuehrte keineswegs zu einer Entspannung der Lage – die Volksgruppe der Bengalis, die auch die Regierung und die Uebermacht im Bundesstaat West Bengal stellt, steht dem Streben nach einem eigenen Staat Gorkhaland diametral entgegen. Eine Bengalenorganisation weigerte sich deshalb, den Streik aufzugeben. LKWs, die am Donnerstag und Freitag Waren in die Bergregionen bringen sollten, wurden z.T. von Motorradhorden gestoppt, Ladeneigentuemer, die ihre Shops oeffneten, gezwungen, diese wieder zu schliessen. Am Freitag, 14 Uhr, oeffneten die Laeden jedoch wieder, und am Wochenende hat sich die Situation hier deutlich entspannt. Da die Rikshaw-Fahrer auch streikten, liefen wir am Freitag ins Buero – dieses blieb jedoch offiziell geschlossen, da die beschaeftigten Nepalis Angst hatten, zu erscheinen.

In dieser Woche scheint nun alles schon wieder der Vergangenheit anzugehoeren. Das Stadtleben in Siliguri brodelt und kocht, Menschen, Laerm, Fahrzeuge ueberall.

Die genaueren Details zu den Verhandlungen um Gorkhaland mit Regierung und Parteien erspare ich Euch hier.

 

Aber ich moechte auf einen Bericht ueber die Teeexporte eingehen, denn die Auswirkungen des Streiks koennten schliesslich auch die Liebhaber des feinen, weltberuehmten Darjeeling-Tees auf allen Kontinenten betreffen.

Mindestens 6 Tage lang, vom 10. bis 16. Juni, konnte kein Tee aus den Teegebieten in den Bergen nach Calcutta an den Flughafen transportiert werden – und das in der „second flush“-Zeit, wenn der Tee die hoechste Qualitaet erreicht hat. Der „second flush“ beginnt im Mai nach einigen Regenschauern, die Zeit des „first flush“ ist gen Ende April beendet.

Der beste Tee wird exportiert.

 

Die Gruende fuer die Teeblockade sind zweierlei: Obwohl die Gorkha Janmukti Morcha ja nun am Donnerstag den Streik fuer einige Tage gelockert hatten, waren die LKWs nicht auf den Teetransport vorbereitet. Das Hauptproblem aber ist, dass – obwohl eigentlich die Teegaerten von den Streiks ausgenommen wurden – viele Arbeiter nicht in den Plantagen erschienen (manche konnten nicht, manche wollten nicht), zu wenig Tee gepflueckt wurde.

Tageloehner, die in den Teegaerten arbeiten, bekommen fuer die Streiktage natuerlich kein Gehalt, festangestellte Pfluecker schon. Neben den auf Tagesbasis angestellten Pflueckern trifft der Streik aber nicht nur die Teegartenbesitzer, sondern auch Teehaendler, Teeexporteure und sogar Airlines und Schifffahrtsgesellschaften.

Fuer die Vereinigung „Tea Board of India“ ist der Streik und der Bruch von Liefervertraegen besonders derzeit aergerlich, in der indische Produzenten versuchen, Darjeeling als dominante Marke auf internationalen Maerkten zu positionieren.

 

Laut der indischen Zeitung „The Telegraph“ produziert Darjeeling ca. 1 Mio. Kilogramm Tee im Juni. Der Durchschnittspreis liegt bei Rs 800 – 1000 pro kg (13 – 16 Euro). Ein kg „second flush“-Tee kann auf internationalen Maerkten bis zu Rs 8000 (ca. 130 Euro) erzielen.

 

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Political situation in Siliguri und Umgebung und meine Pläne

Mein ursprünglicher Plan war es, am vergangenen Donnerstag, den 5. Juni, von der Millionenstadt Siliguri wieder mehr als 1000 m hoch in die Bergstadt Kalimpong zu fahren, die, wie viele Bergstädte hier nicht nur für Tee, Tourismus und gute Schulen, sondern auch für Orchideen berühmt ist. Meine ganzen Sachen ließ ich also in dem wundervollen, von einem großen gepflegten Garten umgebenen Haus der Eltern eines Bekannten, bei denen ich auch leben sollte. Auf diesem Grundstück ist übrigens auch ein Kinderheim, das vornehmlich Waisen ein zuhause bietet. Dort wollte ich am Nachmittag mit den Kindern Hausaufgaben machen, lernen, Englisch sprechen und spielen. Bis 14 Uhr wollte ich in der Schule im kleinen Dorf Bombusty unterrichten bzw. den dortigen Lehrern dabei Unterstützung leisten. Alle Kinder, diejenigen in der kleinen Privatschule und auch die aus dem Waisenhaus, hatte ich bereits kennengelernt, und auch wenn ich mir ihre Namen nicht alle merken konnten, so wussten sie doch den meinigen. Ihre Neugierde auf mich als „weiße“ Frau war sehr groß, wenngleich die Kinder, die ich hier kennengelernt habe, sehr viel Respekt und Disziplin Erwachsenen gegenüber zeigen.

Beispielsweise stehen alle Kinder in dem Moment, in dem ich einen Klassenraum betrete, auf, verschränken die Arme hinter ihrem Rücken und stehen kerzengerade. Fragte ich ein Kind nach dem Namen, so begann dieses wie aus der Pistole geschossen zu antworten: „My name is … I am 6 years old.“ Aber dies ist eine andere Geschichte, die ich bei Gelegenheit in Zusammenhang mit dem indischen Schulsystem noch ausführen möchte.

Zurück zu meinen Plänen: Ich wollte also morgens bis zum frühen Nachmittag in einer kleineren Privatschule für Kinder bis Klasse 3 unterrichten, anschließend einen Teil der Hausaufgabenbetreuung der 17 Kinderheimkinder übernehmen.

Nun kommt aber oft manches anders als geplant, und dass dem so ist, darauf hatte ich mich bereits bei der Vorbereitung meiner Indienreise eingestellt.

Doch das genügte nicht – denn alles kam noch sehr viel anders als befürchtet und änderte sich auch ständig wieder.

Nachdem ich am vergangenen Mittwoch, den 4. Juni für einen Tag nach Siliguri zurückgekehrt war, um Stephan zu verabschieden, drang am Abend – wir waren gerade auf einer Geburtstagsparty eines vierjährigen Kindes – die Nachricht zu uns durch, dass aufgrund der Preiserhöhungen bei Benzin, Diesel und Kochgas am folgenden Tag, Donnerstag, ein landesweiter Streik sei. Am Donnerstag dann wurde verkündet, der Streik dauere zwei Tage, so dass auch am Freitag alles still stand. Es herrschte absolutes Fahrverbot.

Am Samstag und Sonntag war ich in den „Dooars“, im Umland von Siliguri, unterwegs, am Sonntag Nachmittag kehrte ich nach Siliguri zurück, um am Abend einen Schnellkurs im Lehren von Gesundheitsthemen bekam. Die Materialien und Inhalte wollte ich in der Dorfschule anwenden – noch immer herrscht der Irrglaube, bei Durchfall sei es am besten, nichts zu trinken, dann werde schon alles von selbst besser, und Händewaschen sowie die Benutzung von Toiletten ist für viele fremd, mit teils verheerenden Folgen.

Nun, und dann sollte es also am Montag los gehen nach Kalimpong – einige Tage später als geplant, aber der Streik schien nun hinter uns zu liegen.

Beim Frühstück ereilte uns jedoch die Nachricht, aufgrund von gewalttätigen Ausschreitungen am Sonntag gegen Nepalis in Bagdogra, wo auch der Airport der Region ist, gebe es einen Tag Streik in den Bergen, so dass die Fahrt nach Kalimpong nicht möglich war.

Hintergrund ist folgender:

Eine in dieser Region und in den Bergen sehr stark vertretene Volksgruppe, die Nepalis, einen eigenen Staat. Sie fühlen sich seit Jahren und Jahrzehnten schlecht behandelt und vernachlässigt. Es ist ein offenes Geheimnis, dass sie nach wie vor von Regierung und Behoerden schlecht bzw. ungerecht behandelt werden. Zumeist sind sie sehr arm, wohnen in ärmlichen Behausungen in den Bergen und unter schlimmen hygienischen Bedingungen. Nepalis wurden übrigens von dem Briten Anfang des 19. Jahrhunderts von Nepal in die indischen Berge geholt, um Tee zu pflücken in den frisch von den Briten angelegten Plantagen. Die indischen Ureinwohner, die die Hitze gewöhnt waren, nicht aber das frische, feuchte Bergklima, gingen in den Bergen ein. Die Forderung nach einem eigenen Staat, der „GORKHALAND“ heißen soll, werden schon seit vielen Jahren laut. Nun aber wächst die Bewegung stark an, und die Partei, die Gorkhaland durchsetzen möchte, wird, ebenso wie ihre Rhetorik, immer aggressiver. Sie nennt sich Gorkha Jan Mukti Morch (GJMM), ihr Präsident ist Bimal Gurung. Neben Hungerstreiks und Aufmärschen bzw. „Rallys“ soll nun zum Mittel des Streiks gegriffen werden, um die von Regierung von West Bengal in Kalkutta (der Bundesstaat wird übrigens von der kommunistischen Partei CPI regiert) zu lähmen, vor allem aber, um die Zentralregierung in Delhi zum Eingreifen bzw. Verhandlungen zu zwingen. An deren Ende soll die Unabhängigkeit eines Staates stehen nach Vorbild von Sikkim, einem sehr reichen und infrastrukturell fortschrittlichen Land, das zu Indien gehört, aber einen höheren Grad an Unabhängigkeit genießt als beispielsweise West Bengal.

In der Zeitung kündigte die Partei, die auch zu den Streiks aufrief, einen circa zweimonatigen Streik in den Bergen an und bat die Bevölkerung, für diesen Zeitraum Nahrungsmittel zu kaufen.

Am Abend verbreitete sich dann die Nachricht, der 24-Stunden-Streik in den Bergen und die Straßenblockaden seien auf „indefinite strike“, also zeitlich unbegrenzt, ausgeweitet worden.

So kam es, dass ich bei der Dame, die mir die Gesundheitsthemen nahegebracht hatte, auch übernachtete und schließlich mit ihr in das Büro ihrer christlichen Entwicklungshilfeorganisation fuhr und dort für einige Tage arbeitete. Bei dieser Dame wohne ich übrigens immer noch.

Gestern nun hieß es, die Blockade würde gelockert werden, denn den Bergbewohnern gingen die Nahrungsmittel aus – und mein indischer Bekannter wollte nach Kalimpong fahren, um meine Sachen und diejenigen seiner Familie zu holen.

Wir hatten viel diskutiert, und meine Kalimpong-Pläne schienen immer nur aufgeschoben, nicht aufgehoben – bis gestern. Denn angesichts der sich jedoch täglich zuspitzenden Lage halten es viele Einheimische sowie Freunde für nicht verantwortbar, mich in die Berge zu lassen. Alle Touristen wurden im Fernsehen und in Zeitungen wiederholt aufgefordert, die Bergregionen zu verlassen. Sehr viele indische Touristen aus dem hiesigen Bundesstaat Westbengal, dessen Hauptstadt Kalkutta ist, die der Hitze im Flachland entfliehen wollten, mussten daraufhin überteuerte Taxipreise entgegennehmen, ganz zu schweigen mit den Hotelpreisen: Siliguri kann ca. 25.000 Gäste beherbergen, alleine letzte Nacht sollen aber zwischen 70.000 und 80.000 Touristen in der Stadt gewesen sein. Nun, nach allem, was wir hier über indische und deutsche Freunde und Arbeitskollegen hören, wäre für mich als Touristin alleine die Autofahrt nach Kalimpong gefährlich. Notfalls muss ich ohne meinen Koffer, meine Klamotten und meine Bücher und Unterlagen nach Deutschland zurückkehren. Das Kleidungsproblem – ich hatte mich auf genau 1 Nacht vorbereitet und daher nur eine kleine Plastiktasche dabei – habe ich durch einen umfassende und höchst effiziente Einkaufstour entschärft.

Heute morgen nun, Donnerstag, den 12. Juni, erhielten wir beim Frühstück einen Anruf eines indischen Freundes, der uns bat, nicht ins Büro zu fahren. Angeblich seien LKWs in Brand gesteckt worden, und es würden Autos aufgehalten und vom Weiterfahren abgehalten. Das Problem ist nun, dass zwar die Partei, die zum Generalstreik in den Darjeeling Hills aufgerufen hat, die Gorkha Jan Mukti Morcha (GJMM), den Streik für kurze Zeit lockern wollte. Die Volksgruppe der Bengalen ist jedoch gegen die Bildung eines eigenen Staates (Gorkhaland), und Bengalen haben angeblich die LKWs, die Nahrungsmittel in die Berge bringen wollten, daran gehindert. Sie scheinen die Nepalis, die in den Bergen wohnen, aushungern zu wollen.

Gerüchte besagen allerdings, dass die hier regierende kommunistische Parteien Schlägertrupps organisiere aus Bangladesh, die die Nepalis in Schach halten sollen. Zudem sei ein Teil der Übergriffe auch auf die Kommunistische Partei zurückzuführen, die die Bevölkerung gegen die Gorkhaland-Bewegung aufbringen wolle. Die Gerüchteküche brodelt, die Unsicherheit in der Bevölkerung ist groß.

Angst herrscht jedenfalls in der Bevölkerung vor der eigenen Armee. Ein Einsatz vor ca. 20 Jahren habe angeblich zu viel ungezügelter Gewalt und Vergewaltigungen geführt.

Die Spannungen zwischen diesen beiden Volksgruppen scheinen anzuschwellen, und viele Nepalis seien angeblich in hintereinanderfahrenden Jeeps in die Berge geflohen, da es in Siliguri Übergriffe auf sie gab.

Wir sorgen uns nun ein wenig um unseren nepalesischen Freund, der in der gleichen Organisation wie Sieghild, bei der ich momentan wohne, arbeitet, nebenbei studiert und natürlich durch sein Aussehen sofort als Nepali identifiziert wird. Glücklicherweise lebt er nicht weit von uns entfernt in einer Gegend, in der viele Nepalis leben, und wir sind eigentlich den ganzen Tag gemeinsam unterwegs. Spitzt sich die Situation jedoch zu, wird er versuchen, am Samstag nach Hause zu fahren – in die Berge, die ja fast ausschließlich von Nepalis besiedelt sind – und dann ggf. dort zu bleiben.

Am Vormittag besuchte uns noch ein Freund mit seinen drei Kindern, die er zur Schule gebracht, aber sofort wieder mit nach Hause genommen hatte, Unterricht wurde wegen der politischen Situation abgesagt.

Die Darjeeling Hills mit den Städten Darjeeling (2134 m Höhe), Kurseong und Kalimpong (ca. 1300 m Höhe) leben vor allem von der Teeindustrie, vom Tourismus und drittens von „education“ – sie sind berühmt für gute Schulen und sogenannte „hostels“, eine Art Internat, in der die Kinder von überall her, sogar aus Kolkatta, gesteckt werden. Diese hostels fürchten nun um die Nahrungssituation – sie hoffen inständig auf Lieferungen aus Siliguri, um ihre Schüler ernähren zu können. Die Lebensmittelläden in Kalimpong haben angeblich nur noch für 3 Tage Ware.

Der tägliche wirtschaftliche Verlust durch den Generalstreik ist für Siliguri auf 4,5 crore (= 45 Mio. indische Rupien) pro Tag zu beziffern – rund 75 % des Tagesumsatzes sind Handelsumsätze für Güter, die in die Berge transportiert werden.

Zwischen 10 und 15 Teegärten seien momentan geschlossen, ein Garten verliert Schätzugen zufolge ca. 20.000 INR pro Tag bei Schließung (in der Presse ist die Rede von 2 lakhs, ein lakh sind 10.000 INR).

Trotz eines Rikschafahrerstreiks am Mittwoch dennoch in ein von einer Deutschen geleitetes Waisenhaus fahren und mit den dortigen Kindern, die momentan Ferien haben, ein paar Stunden basteln. Die Deutsche, von den Kindern „Mama Heidi“ genannt, hat neben dem Waisenhaus noch ein Altenheim gebaut und auf dem großen Grundstück wird gerade noch ein weiteres Gebäude errichtet, in dem alte, heimatlose Menschen ein zuhause finden können.

Welchen willensstarken, engagierten und guten Menschen ich hier begegne, ist eine reiche Erfahrung. Meist sind sie fest in ihrem Glauben verwurzelt und bringen viel Hingabe, Kraft und Engagement in das, was sie tun. Verklärerische Helfertypen habe ich bisher nicht getroffen – dafür ist man hier in Indien vielleicht auch zu nahe an der Realität.

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Süßer die Glocken nie klingen…

Cool, 24.12., 11.16 Uhr. Heiligabend. Ich kriege zehn (!) SMS von der Unibibliothek, dass ich “entliehene Medien” in Kürze zurückgeben muss. Jaja, Euch auch frohe Weihnachten!

Was darüber hinaus noch grandios ist: Mein Bruder und ich haben meiner Mutter das gleiche Geschenk gekauft wie mein Vater. Das haben wir soeben, um 11.24 Uhr am Heiligabend festgestellt.

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Meine persönlichen Unwörter im Dezember 2007

  • Eine Festanstellung antreten.
  • Work-Life-Balance.
  • Last-Minute-Geschenke-Shopping.
  • Das Konsumklima ankurbeln.

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Fragen des 20. Dezember 2007

Kann man an der Abnutzung der Tasten einer Computertastatur feststellen, in welcher Sprache vornehmlich getippt wurde?

Warum gibt es in der näheren Umgebung der Uni keinen Dönerstand? Ist dies Teil eines AOK-Präventionsprogramms gegen schlechte Ernährung, finanziert vom Süßigkeitenautomat-Betreiber in jedem Uni-Gebäude?

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Fragen des 5. Dezember

Warum schmeckt meine Milchschnitte heute nach Chilli und Pfeffer?

Wie viele Kalorien werden am Tag in der Passauer Mensa ausgegeben, wie viele weggeworfen?

Warum lassen sich die Mensabeauftragten mit Weingläsern in der Hand und Bacchus-Grinsen sowie ihrem vollständigen Namen auf Plakate drucken, die überall in der Uni aushängen?

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Fragen des 4. Dezember

Wie hoch ist die Halbwertszeit einer toten Spinne? Ist das temperaturabhängig? (Frage aus gegebenem Anlass… Sie liegt tot auf dem Boden im Flur rum und ich schaffe es nicht, sie einfach in den Mülleimer zu werfen. Möge sie friedlich zu Staub zerfallen dürfen!)

Wie viele Menschen hören Antenne Bayern nicht mehr wegen des kleinen Nils und wegen der Benzin-Gewinn-Aktion?

Wie viele Mitglieder hat das StudiVZ momentan insgesamt? Wieviel Prozent der Studenten sind da drin?
Und wie viele Firmenspione kommen auf einen wirklichen Studenten?

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Over and out. Soon.

Es reicht. Es reicht mit dieser Uni und diesem Studium hier. Gestern abend schossen mir diese beiden Worte in den Kopf. Es reicht. Der Nachtwächter hat mir gewunken, er kennt mich, ich bin gerne einer der letzten Gäste in der Bib. Mit dem Nachtwächter hab ich mich auch schon öfter unterhalten, aber dass er mich erkennt, trotz diffuser Frisuren, mit und ohne Brille, das hat mich schockiert. Das war der Auslöser.
So wie im Frühjahr war das, am Ende des Vorstandssemesters bei unserer studentischen Beratung hier. Da die im Umkreis des Büro liegende Gastronomie bereits um 1 Uhr schloss, mussten meine Kollegen und ich des Öfteren, als wir nach einem langen Tag noch gemütlich was trinken oder diskutieren wollten, in die stadtbekannte, aber mit einem sehr schlechten Ruf belegte Kneipe Calvados. Als der dortige Kellner zu mir (mit diesem liebenswerten Passauer Akzent bitte vorstellen) sagte: „Du bist doch auch öfter da!“, schossen mir auch die gleichen Worte in den Kopf. Es reicht, es ist nun gut.

Wenn man die Schichten des Bibliothekspersonals auswendig kann, weiß, was alle Kaffeevariationen in der Cafete kosten, innerhalb weniger Wochen die vierte Treuekarte bei  Kaffeeprodukten voll hat, die einzigen Menschen, die einem abends nach der Bib begegen, Leute aus den Spielhöllen Magic Jackpot oder wie sie auch heißen begegnen,
wenn man in der Mensa widerstandslos auch das Hähnchenbrustfilet Gastronom oder Schweineschnitzel Esterhazy isst,
wenn man den jüngeren Studenten hier von „damals, als es noch kein stud.ip gab“ (das ist ne Datenplattform der Uni für den Austausch von Unterlagen) erzählt und in Erinnerungen an legendäre Partys in Lokalitäten schwärmt, die es mittlerweile gar nicht mehr gibt,
dann ist es genug.
Noch ein paar Monate hier in Passau, die ich genießen werde, aber dann ists erst Mal vorbei, das Studentendasein.

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Hurrah, hurrah, der Kobold mit dem roten Haar

… und dem ebensofarbigen Einkaufskorb.
Stellt Euch folgende Situation vor: Nach einem anstrengenden Uni-Tag, im Laufe dessen ihr Euch die ganze Zeit schon auf den Abend, noch mehr aber auf das vorhergehende Einkaufserlebnis gefreut habt, währenddessen ihr endlich wieder Eure Lieblingsnahrung ins Körbchen schmeißen könntet, an diesem Tag geht ihr abends in den Rewe. Ihr habt tagelang nur von Mensa- und Cafetenfutter gelebt (ja, es gibt ja die Gruppe im StudiVZ: ” Mensaessen stärkt das Immunsystem…”).
Es ist kurz nach 7, noch gut 50 min., um den leckeren Grießpudding von Landliebe, Frischmilch, Vollkornbrot, frische Äpfel und Gummibärchen in Euren roten Einkaufskorb zu werfen. Der Einkaufskorb füllt sich, wird immer schwerer. Ihr leidet zunehmend – schließlich habt ihr noch Euren Laptop, Unisachen, ein paar Bücher, Laptopschloss, einen weiteren Rucksack sowie eine Einkaufstasche dabei, kurz: die mobile Bibliothek halt plus Nahrungsaufbewahrungs-Sonderteil.
Der Korb ist fast voll – ihr trefft einen Kommilitonen, den ihr lange nicht mehr gesehen habt. Mensch, wie geht’s Dir denn? Ach, schon fertig mitm Studium? Ja, und, bleibst Du in Passau? In welche Richtung solls denn gehen? Das Gespräch nimmt seinen Lauf, ihr stellt Euren Einkaufskorb ab. Nach einiger Zeit könnt ihr nicht länger untätig auf den Grießpudding im Regal starren, sondern müsst ihn Euch einfach ergreifen – jetzt. Der Kommilitone versteht und zieht von dannen. Ihr steht noch ein wenig vor dem Regal. Grießpudding gibt’s auch mit Frucht und mit Zimt.
Hm… Was wohl besser schmeckt?
Nach einer langwierigen Entscheidungsphase, an deren Ende ihr alle drei Sorten mitnehmt – nichts geht über den selbstständigen, aufmerksamen Konsumenten, der selbst auch Produkttests durchführt, damit er nicht mit 80 Jahren feststellt, dass er 79 Jahre lang die schlechteste Grießpuddingsorte gegessen hat; ja, also, am Ende dieser Entscheidungsphase kehrt ihr zu Eurem Korb zurück, aber – huch! Korb? Korb? Wo bist Du?
Ihr reibt Euch die Augen. Es war ein langer Tag, vorm Laptop noch dazu.
Okay, die Arme checken.
Rechter Arm: Einkaufstasche, Rucksack. Linker Arm: Laptoptasche mit Überlebensutensilien aller Art. Blick am Körper entlang, von oben bis unten: Einkaufskorb eindeutig nicht hier verortbar.
Ein Suchen beginnt.
Ihr habt schließlich schon fast alles drin, es geht nur noch zur Kasse. Huch, es ist schon 19.51 Uhr. Eine Durchsage kommt. Aha, jetzt zahlen, sonst alles zu spät. Ein Päcken Gummibärchen wird ergriffen, damit ihr überhaupt irgendwas habt, wenn ihr schon des Ladens verwiesen werdet um 8, in wenigen Minuten.
Marsch durch den Rewe.
Von vorne bis hinten.
Von hinten bis vorne.
Käsetheke zu Gefrierfach, Tchibo-Stand zu Naschwand, Olivenaufsteller zu Nivea-Kosmetika, Getränkekästen, Blumensträuße, Zeitschriften, Pfannenwender, Chips, Olivenöl, Ketchup. Nein, hier nicht, dort nicht… Das Misstrauen wächst. Die Verkäuferin… Ihr fragt sie. Sie sagt, sie sei unschuldig. Ihr glaubt ihr. 19.56 Uhr.
Ihr beschließt, noch ein einziges Mal vom Pfandrückgabeautomaten bis hinter zur Frischmilch zu laufen. Doch auch da: nichts. Also, zurück zum Eingang. Ein neuer Korb muss her. Boskop-Äpfel links, daneben die Bananen. Schwarze Oliven, genau. Äh, was noch? Ach ja, Vollkornbrot hier, das weiche. Grießpudding. Noch bevor ihr zum Grießpudding gelangt, seht ihr…ihn… Auf einem roten Stapel von Coca-Cola-Getränkekisten. Es muss ein Kobold gewesen sein, ein rothaariger, der diesen roten Korb auf eine rote Getränkekiste stellt. Vielleicht ist der Korb die ganze Zeit von einem kleinen Kobold hinter Euch hergefahren worden, alle Leute haben gekuckt und ihr Euch völlig blamiert… Heimtückisch…
Es würde jetzt ermüdend werden, noch darauf einzugehen, was ihr nun plötzlich mit 2 Körben anfangen würdet/könntet. Vielleicht würde es Euch so gehen wie mir, dass ihr während der ganzen Aktion so lachen musstet, dass ihr den Korb nur unter großer Konzentration tragen konntet und an der Kasse (ja, ihr würdet es noch schaffen, ganz sicher) einen befremdlichen Blick erntetet.
Und zu Hause fällt Euch dann ein, dass ihr an der Kasse nicht gesagt habt, dass ihr noch Pfandflaschen hattet und diese bereits eingeworfen hattet…

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Der Plus begeistert uns alle!??

Wenn diese Werbung mit den kleinen Preisen nicht wäre und nicht immer damit so nervtötend geworben würde, dass alles „wahnsinnig billig“ ist, würde ich vielleicht sogar gerne bei Plus einkaufen. So aber versuche ich, meine Umsätze im Plus zu minimieren, um nicht noch einen Umsatzzuwachs nach meiner Rückkehr aus Ingolstadt in der Filiale in der Nibelungenstraße auszulösen, die vielleicht noch auf diese furchtbare Werbekampagne zurückgeführt werden würde!

Was mir beim Plus noch am sympathischsten ist, sind nicht die abends leeren Obstregale oder die gefaulten Pfirsiche in meinem Einkaufskorb, nein, es sind die beiden Verkäuferinnen. Seit neuestem müssen diese nun auch noch grellblaue T-Shirts tragen mit einem Aufdruck kleiner Preise, in Orange, versteht sich. Die kleinen Preise sagen: „Wir werden Sie begeistern!“

Als ich gestern die Kassiererin in diesem Hausmeister-T-Shirt an der Kasse sitzen sah, tat sie mir richtig leid. Das T-Shirt war irgendwie zu groß und auch unpassend.
Letzte Woche war ich beim Plus, da saß morgens um 8 die gleiche Dame an der Kasse wie abends um kurz vor acht. Ich hatte was vergessen und kam kurz vor Ladenschluss noch mal. Meine Verwunderung darüber, dass sie immer noch arbeitet, drückte ich der Kassierin aus. Sie sagte, dass sie von morgens 7 Uhr bis abends 20 Uhr arbeite.

Ich sag nur „Wir werden Sie begeistern!“ Wie soll denn diese Dame nach 13 Stunden Arbeit an Kasse und im Lager noch jemanden begeistern? Und will überhaupt ein Kunde begeistert werden von Personal, das offensichtlich so ausgenutzt wird?
Ich zumindest nicht! Ich will lieber nicht alles „wahnsinnig billig“ und keine Verkäuferinnen, auf deren T-Shirt ein Preis oder sonst wer verspricht, dass er mich begeistern wird.

Ich will, dass die Mitarbeiter dort fair behandelt werden! Wenn nach 12 Stunden an der Kasse mal ein paar Euro fehlen würden, hätte ich dafür nur allergrößtes Verständnis!

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Was tut sie bluß? Was tut sie bluß?

Im Falle dessen, dass sich jemand von Euch fragen sollte, warum ich nur noch so selten in Passau bin, kaum noch in Bib, Cafete, Mensa und im INSTEAD-Büro gesichtet werde – und es noch nicht weiß – der sei hiermit informiert.Ich befinde mich momentan in der Phase meiner Diplomarbeit.Im Zuge dessen bin ich seit 6 Wochen hier in Ingolstadt tätig, behause dort eine einzimmerige Studentenresidenz (nicht wundern, eher euphemistisch formuliert). Hier gibts lieblichen Vogelgesang, Gitarrengeklimper am Abend, Bierkästen aufm Balkon, quietschende Rolläden, gut ausgestattete Zimmer.Die Stadt Ingolstadt reizt mit Schloss, süßer Fußgängerzone, schönen Fassaden, alter Geschichte, beeindruckender Wehr-Architektur, reizvollen Wegen an der Donau entlang und viel Grün, z.B. mit dem Klenzepark, der für die Landesgartenschau 1992 angelegt wurde. Außerdem mit einem Theater, Baggerseen und günstiger Verkehrslage – zwischen München und Nürnberg, zwischen Regensburg und Augsburg.Die nächsten beiden Wochen werde ich vorwiegend in Magdeburg verbringen, zwischendrin mit meinem mobilen Haushalt im kleinen Corsa auf den Straßen, vornehmlich Autobahnen, dieser Republik anzutreffen sein. :-) Außerdem in meinem Heimatdörfchen Trockau bzw. Städtchen Pegnitz, wo ich hin und wieder mein Unwesen treibe. In Passau bin ich v.a. der Bücher wegen auch ab und zu. Und wenn ich überall dort nicht bin, bin ich in München.

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Ich werde berühmt!

“Während ich diese Zeilen hier schreibe, werde ich gefilmt. Ich habe die große Ehre, beim neuen Imagefilm der Uni Passau mitzumachen.”

Nun seht mal an…Mittlerweile sind mehr als drei Monate ins Land gezogen. Damals musste ich das Schreiben schnell abbrechen, weil wir uns zu einer neuen Örtlichkeit der Uni begeben und dort auf und ab laufen mussten. Anschließend waren wir noch in der Mensa und im Computerraum. Und in eine Vorlesung, wo wir als Block geschlossen nach den ersten 20 min. und aufgezeichnetem offensichtlichen Interesse wieder gehen durten…
Ich freue mich wirklich auf den Film!
Vor allem, weil ich sicher bin, dass man sofort erkennt, dass ein paar günstig bezahlte Statisten mitgewirkt haben. Ich hatte an diesem Tag – wie sehr häufig – einen wuscheligen Lockenkopf. Wenn ihr den Film mal seht: ich hab einen weißen Kurzmantel an.

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Das Unwort des 1. März 2007: Versatzstückchen

Versatzstückchen…

Eingedenk unserer Sprachkurse im Gymnasium und in der Uni muss dieses völlig unterschätzte und – ob seiner lern-leidvollen Konsequenzen (zu Unrecht?) – verhasste Wort Eingang finden in diese Kategorie.

Beispiel:
franchir en premier la ligne d’arrivée

Gewidmet dieser Eintrag den HeldInnen, die am 12.03. in Passau Diplom in Französisch schreiben und sich zu diesem Anlass allen möglichen Unsinn zu schon zwanzigfach erörterten, bis zur Erschöpfung behandelten Themen aus dem Hirn saugen, kratzen und, schön verpackt und mit genug Rand und Zeilenabstand, aufs Papier zaubern müssen. Ich bin eurer eingedenk!

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